Team

Volontariat “Digital Public History”: Lisabeth Körner stellt sich vor

Schon früh hat mich, Lisabeth Körner, Kunstgeschichte fasziniert. Nicht nur als ästhetische Disziplin, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. In Kunstwerken lässt sich ablesen, wie Menschen über sich, ihre Zeit und ihre Vergangenheit nachdenken. Diese Verbindung von Geschichte, Öffentlichkeit und kulturellem Ausdruck prägt bis heute meinen Zugang zur Geschichtswissenschaft. Geschichte ist für mich nicht nur das Studium vergangener Ereignisse, sondern ein fortlaufender Aushandlungsprozess, in dem Gesellschaften ihr Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart immer wieder neu formen, ob in Museen, im Stadtraum oder zunehmend auch in digitalen Formaten. Nicht umsonst habe ich im Laufe der Jahre eine kleine Sammlung an Jahreskarten verschiedener Museen angelegt – so kann ich dieses Schauspiel aus der ersten Reihe erleben.

Ich bin in Niederösterreich geboren und habe einen großen Teil meines Lebens in Villach, Kärnten, verbracht. Derzeit studiere ich Geschichte an der Universität Wien. Mich interessieren besonders jene Schnittstellen von Geschichte, Kultur und Öffentlichkeit, an denen sich gesellschaftliche Selbstbilder und historische Deutungen begegnen.

Im Volontariat „Digital Public History“ möchte ich mich mit den praktischen Arbeitsprozessen historischer Projektarbeit auseinandersetzen. Dabei interessiert mich vor allem, wie digitale Medien Geschichte in der Öffentlichkeit erlebbar machen: Wie lassen sich historische Themen so aufbereiten, dass verschiedene Perspektiven sichtbar werden? Welche redaktionellen und gestalterischen Entscheidungen beeinflussen, wie Geschichte wahrgenommen und diskutiert wird? Und wie können digitale Werkzeuge partizipativ eingesetzt werden, um verschiedene Sichtweisen auf die Vergangenheit ins Gespräch zu bringen und so die Vielfalt historischer Erfahrungen deutlich zu machen?

Für mich ist das Volontariat eine Möglichkeit, diese Fragen aus einer praktischen Perspektive zu erproben. Ich möchte Erfahrungen sammeln, die über die rein theoretische Beschäftigung mit Geschichte hinausgehen und dabei den Umgang mit digitalen Werkzeugen in der historischen Praxis kennenlernen. So kann ich mein Verständnis historischer Arbeit erweitern und zugleich neue Formen des Umgangs mit Geschichte aktiv mitgestalten.

adminpubhistvienna

Recent Posts

Goldener Alaba: Wie die WM 2026 Österreich neu erfindet

Schotten-Marsch in Boston, rudernde Norweger auf den Tribünen, mexikanische Mariachi-Bands vor den Stadien: Die Fußball-Weltmeisterschaft…

2 months ago

A Lion, a Cauldron, and a Rooster: Chronicle of St. Vitus’ Imagery

St. Vitus has a distinctive set of attributes: a lion, a cauldron, and a rooster.…

2 months ago

Erinnerungskultur im Waldviertel: Das Massaker von Hofamt Priel

Ein signifikantes Beispiel für diese Verbrechen der Endphase ereignete sich in der Nacht vom 2.…

2 months ago

Hat sich Österreich erfunden?

81 Prozent der Österreicher sind stolz auf ihr Land - aber dieses Gefühl hat eine…

3 months ago

RENTAL SANCTITY: HOW CHRISTIAN RELICS CREATE LINES AND BOLSTER BORDERS

This essay begins with a vague childhood memory: an impossibly long queue outside Moscow’s main…

3 months ago

Volontariat “Digital Public History”: Sarah Forstner stellt sich vor

Die Public History Studies an der Universität Wien bieten jedes Semester ein Volontariat an. Im…

5 months ago